Burgen & Schlösser -> Schildhof Kalm 2009

Schildhöfe

Sie passen sehr gut zu den vielen Burgen und Schlössern im Burggrafenamt: Die Schildhöfe sind große Bauernhöfe, die einem Ansitz nachempfunden wurden.

Sie liegen im Passeiertal und waren bereits im 13. Jahrhundert der Wohnsitz der Schildhofbauern. Diese dienten den Grafen und Landesherren als Schildknappen. Im 14. Jahrhundert gab man den Bewohnern der Schildhöfe auch die Möglichkeit, Adelsrechte zu erhalten. Die Besitzer der Höfe gehörten ziemlich sicher dem Landadel an. Im März 1317 schrieben König Heinrich von Böhmen zusammen mit dem Grafen von Tirol die sogenannten Freiheitsbriefe. Darin befreiten sie die 11 Schildhofbauern für ihr Leben von jeglicher Steuerschuld. Im Gegenzug dazu verpflichteten sich die Bauern, ihren Herrn innerhalb vom Tirol zu dienen.

Sie halfen bei Eroberungen der Nachbarländer, versorgten in Friedenszeiten ihre Herren mit Nahrungsmitteln, auch mit erlegten Tieren. Bei festlichen Anlässen erledigten die Schildhofbauern die Schildwache auf Schloss Tirol oder auf der Zenoburg. Die elf Schildhofbauern im Passeiertal hatten Privilegien, durften z. B. überall mit Waffen erscheinen. Von all den zusätzlichen Rechten hat sich bis heute das Fischereirecht und bei festlichen Anlässen, das Paraderecht mit Schild und Hellebarde erhalten.

Heute führt der Passeirer Schildhöfeweg vorbei an den Bauernhöfen, die wie ein Ansitz mit burgähnlichen Elementen anmuten. Sie stehen auf Hügeln, besitzen manchmal mit Efeu umrankte Türme, Sonnenuhren und alte Fresken. Der schöne Rundweg (2,5 Std.) beginnt in Saltaus, direkt beim Schildhof Saltauserhof. Die Namen der Schildhöfe sind: Haupold, Saltaus, Granstein, Pseirer, Ebion, Buchenegg, Baumkirch, Steinhaus, Gereuth, Happerg, Kalm und Gomion.

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